Rückblick: mein erstes Pecha-Kucha beim Stadt.Land.Schluss-Symposium

Dieser Artikel lag zu lange in den Entwürfen – Rund drei Jahre ist es jetzt her (16.-18.10.2019), als ich mich auf den Weg nach Vorarlberg, Bayern, zum „Stadt. Land. Schluss. – Symposium“ (https://www.stadt-land-schluss.eu/) machte. Eine liebe Bekannte teilte diese Veranstaltung auf Facebook und mein Interesse war direkt geweckt. Das Symposium befasst sich mit der Entwicklung von ländlichen Räumen und setzt hier seinen Fokus vor allem auf Transdisziplinarität.

Was umso spannender war: der dortige Call for Paper für Pecha Kucha Vorträge. Zugebenermaßen ein mir bis dahin unbekanntes Vortragsformat.

Pecha Kucha TeilnehmerInnen

Pecha-Kucha bedeutet: 20 Folien, á 20 Sekunden. Die Folien laufen automatisch weiter, also bleibt kein Spielraum für ausschweifende Reden. Dabei geht es nicht darum, diese 20 Folien mit möglichst vielen Daten und Zahlen zu füllen sondern – mit nur einem Bild. Und nach ziemlich genau 6.40 Minuten verlässt der Redende das Podium. Eine ziemliche Herausforderung, wenn man an die eigenen PowerPoint-Präsentationen aus Schule, Studium und Arbeit zurückdenkt. Oder all die anderen Präsentationen aus etlichen Tagungen und Kongressen.

„Von Tokio in die Welt
Entwickelt wurde diese Technik vom Architekturbüro Klein-Dytham in Tokio. Sie wollten das „Death by PowerPoint“-Syndrom ausmerzen, die tödliche Langeweile während vieler Präsentationen. Inzwischen ist Pecha Kucha ein Trend. Überall auf der Welt werden Pecha-Kucha-Nächte organisiert, für die sich Redner und Zuhörer aus allen Fachrichtungen treffen, in Lofts oder Lokalen. Sie präsentieren Modedesigns oder Autos. Aber Pecha-Kucha-Nächte sind auch eine Gelegenheit, um gegen Pelzhandel zu demonstrieren oder gegen die Verniedlichung des Pandas.

Performance statt Präsentation?
Diese Nächte sind ein bisschen wie Poetry Slam, ein bisschen wie Theater, und ein bisschen surreal. Kein Wunder, dass sich auf solchen Veranstaltungen hauptsächlich Kreative darstellen.“
(https://www.e-fellows.net/Studium/Soft-Skills/Praesentationen-und-Rhetorik/Pecha-Kucha)

Thematisch fühlte ich mich bei diesem Symposium aber sehr gut aufgehoben und bewarb mich auf einen Pecha Kucha Slot zum Thema „Inklusionserfahrungen von Menschen mit Behinderung im ländlichen Raum“. Mit Erfolg. Erst danach stellte ich fest, wie schwierig die Reduzierung der Folien war. Aber es machte Spaß, sehr sogar und umso gespannter war ich auf die Umsetzung. Passten meine 20 Sekunden pro Folie tatsächlich oder würde ich nachher dort stehen, jenseits vom Weiterschlagen meiner Folien entfernt?

Die Übernachtungen und das Symposium selbst fanden in der Bayrischen Musikakademie statt. Ein wunderschönes Areal in einer wahnsinnig schönen Gegend. Am ersten Abend wurde zu einem „Slow Welcome“ im Café Muckefuck geladen. Dort herrschte bei meiner Ankunft bereits reges Treiben und emsige Gespräche. Die Menschen waren gut gelaunt, offen, herzlich. Diese Herzlichkeit fand man auch beim Organisator des Kongresses wieder, Andres Koop, Inhaber der „designgruppe koop“. Die gesamte Veranstaltung lief reibungslos, familiär und leichtfüßig, ohne die Relevanz der einzelnen Themen aus den Augen zu verlieren.

Ausblick aus meinem Zimmer in der Musikakademie

So lernte ich Vieles über die Verzahnung von Design und Sozialraumgestaltung, über Disziplinen, die ich bisher nur aus Worthülsen kannte und wie verflochten Gesellschafts- und Sozialraumgestaltung tatsächlich ist.