Einer der vielen Gründe warum ich meine Arbeit so sehr mag, ist, dass sie nie langweilig wird. Und das liegt nicht nur am vielen Klatschen, Tanzen und Singen, sondern vor allem daran, dass man als SozialarbeiterIn wahnsinnig viele Bereiche und Kompetenzen abdecken muss. Früher habe ich immer gesagt, dass ich auf keinen Fall im Amt arbeiten möchte – schließlich „wünsche ich mir den Kontakt zum Menschen und nicht zum Schreibtisch“. Heute möchte ich zwar nach wie vor nicht im Amt arbeiten, habe aber dennoch gelernt, dass Schreibtischarbeit durchaus Spaß machen kann.
SozialarbeiterInnen sind wahrhaftige Jobschizophrene. Wie unsere unterschiedlichen Persönlichkeiten aussehen, damit möchte ich heute beginnen.

1. Job: VeranstaltungsplanerIn/Event-ManagerIn
In mehr oder weniger unregelmäßigen Abständen bin ich dafür zuständig, teilweise öffentlichkeitswirksame oder interne Veranstaltungen, Feiern, Feste durchzuführen. Ganz egal in welchem Arbeitsfeld man sich rum treibt: ob für BewohnerInnen, AnwohnerInnen, Quartiere, Fachkräfte, Angehörige.. die Palette ist breit. Im Kern bedeutet dies ein Budget zu verwalten, Programme planen, Gästelisten zusammensetzen, Einladen, An- und Abreise organisieren, Technik und Versorgung absichern, DJ oder Moderator sein, Reden halten. Und am Ende erleichtert sein, wenn alle glücklich und zufrieden nach Hause gehen können.
2. Job: Bürokauffrau/Verwaltungsfachkraft
Wer schreibt, der bleibt. Heutzutage umso mehr. Aber wer viel schreibt, muss auch viel Büroorganisation leisten. Ein eigenes System für Ordnung oder zumindest koordiniertes Chaos erfinden, Rechnungen und Verträge erstellen und kontrollieren, Berichte schreiben, Personal planen und einen Überblick über die Urlaubsanträge behalten. Formblätter erstellen, Checklisten bearbeiten und vor allem Fristen einhalten.
3. Job: Personalerin
Je nach zugeteiltem Aufgabengebiet und Befugnis übernimmt man durchaus auch die Funktion einer PersonalerIn. Vorstellungsgespräche ausarbeiten und durchführen, schauen wer in entsprechende Teams und zur eigenen Einrichtung passt. Das gilt gleichermaßen für die Neueinstellung von Fachkräften wie für den Einsatz von PraktikantInnen und Ehrenamtlern. Wer passt in welchen Bereich, welche Aufgaben sind für die jeweilige Person passend? Das schult die eigene Menschenkenntnis und offenbart viele neue Blickwinkel.
4. Job: JuristIn
Sozialarbeit bewegt sich hauptsächlich im Bereich der Sozialgesetzbücher und ist damit an Rahmenbedingungen und Gesetze gebunden. Und auch wenn wir es manchmal nur ungern tun und es uns als nicht durchdringbarer Wald entgegenwütet, müssen wir uns früher oder später im Dickicht der Gesetze zurechtfinden. Angefangen beim Unterstützen und Ausfüllen von Anträgen wie zur Grundsicherung oder um eigene (oder fremde und vielleicht eher unliebsame) Ideen und Vorschläge auf Machbarkeit und vor allem Legalität zu überprüfen. Aktuell aber vor allem auch um Neuerungen des BTHGs umzusetzen, auf Ablehnungs- oder Feststellungsbescheide adäquat reagieren zu können oder Menschen bei Konflikten und Fragen entsprechend unterstützen zu können.
Das ist natürlich nur ein kleiner Auszug aus all den Jobs die wir tagtäglich angehen. Weitere Einblicke folgen! Welche Jobs fallen Euch aus eurer täglichen Praxis ein?
