Advent, Advent, ein Sozialarbeiter brennt

Der zweite Weihnachtsfeiertag neigt sich dem Ende und so vergehen nach und nach die letzten Tage von 2017. In der vergangenen Woche hieß es für mich ein letztes Mal „Hochschullehre“ in diesem Jahr. Für meine Studentinnen habe ich dann eine kleine Weihnachtsgeschichte/Gedicht geschrieben, damit wir uns gemeinsam auf die bevorstehenden Tage einstimmen konnten. Ich freue mich, diesen Text mit Euch zu teilen. Fotor_151430547293189

Ein Weihnachtstext extra für alle Sozialarbeiterinnen!

Die letzten Veranstaltungen hinterließen bei mir ganz besondere Spuren, ich danke allen lieben Studentinnen für die schöne Zeit, die Aufmerksamkeit und vermutlich die kreativste Weihnachtskarte die ich je bekommen habe.

Euch allen positive Stunden und Momente – wir lesen uns bald!

Wie immer gilt: ich freue mich über Likes, Kommentare und Teilen des Beitrags!

Herzlichst, Svenja

„Advent, Advent, ein Sozialarbeiter brennt“

Spürst Du den Schnee auf deiner Haut?
Die Kälte, wie sie sich um deine Nasenspitze ganz langsam ein Nest erbaut?
Fühlst Du den Schmerz in deinem kleinen Zeh, siehst Du das Eis, gleich da drüben, am zugefrorenen See?
Du atmest Luft wie Eis, doch dafür tief und klar.
Wie still die Welt doch wird in ihrem Bett aus weißem Wunder
Wie laut die Menschen werden, laufen hektisch rauf und runter
Und dann Du, dort, mitten drin,
versuchst dich zwischen all den Lichtern zu besinnen, willst deinen Kampf gegen die Ungerechtigkeit gewinnen, willst sie besser machen all die Schlimmen Dinge auf der Welt, streckst deine Faust empor, ein Eiszapfen an deinem Ohr
Du trotzt dem Wind und auch den Minusgraden
Und alle andern um dich´rum versuchen dich zu warnen:
Tu das nicht, lass es doch bleiben,
Du bist nicht der Dirigent der Menschen Geigen
bist nur eine Note auf Papier in einem Buch voller Linien –
Warum willst Du das nicht begreifen?
Es ist doch gut so wie es ist, wird so bleiben wie es immer war,
spürst Du den Schnee und Wind auf deiner Haut, so eisig klar?
Die Kälte, wie sie sich um deine Nasenspitze ganz langsam ein Nest erbaut?
Fühlst Du den Schmerz in deinem kleinen Zeh, siehst Du das Eis gleich da drüben, am zugefrorenen See?
Siehst Du die Welt wie alle anderen oder bist Du live dabei?
Ist es dein eigenes Bild oder nur ein Konterfei,
All derer die die Augen schließen, weil sie sagen, nur dann können sie alles hier genießen –
Sie sehen Blumen dort wo andere schießen, hören Gelächter dort wo Tränen fließen, Breiten die Arme aus während sie die Herzen schließen.
Und dann Du, dort, mitten drin,
versuchst dich zwischen all den Lichtern zu besinnen,
Lässt dich nicht beirren von den Stimmen, diesen wirren,
Malst mit deinen Finger in den Schnee, tanzt auf dem Eis auf dem zugefrorenen See
Du atmest Luft so kalt doch dafür tief und klar
Lässt los von all den Zweiflern und dem was war
Und dann, dann entzündest Du ein Licht und merkst wie das Eis unter dir bricht
doch nicht nur unter dir, auch um dich herum,
der Schnee glänzt in der Sonne, die Strahlen streicheln deine Nasenspitze…
Advent, Advent, ein Sozialarbeiter brennt –
für das was er tut, was er Leben und Lieben, Geben und Nehmen nennt,
Schließt die Lücken die die Menschen trennt,
Advent, Advent, ein Sozialarbeiter brennt –
Erst einer, dann zwei, dann drei, dann vier
und irgendwann ist es gar nicht mehr so weit von mir zu dir
und irgendwann ist es gar nicht mehr so kalt, wir hören auf zu frieren.
Umgeben von Wärme, nur ein Blick, ein Griff in die Sterne,
Ein Ruf aus der Ferne, ein Gesicht das sagt: ich, ich helfe dir gerne.
Spürst Du den Schnee auf deiner Haut?
Die Kälte, das Nest um deine Nasenspitze, wie es langsam taut?
Fühlst Du den Schmerz in deinem kleinen Zeh, siehst Du das schmelzende Eis, gleich da drüben am See?
Du atmest Luft wie Eis, doch dafür tief und klar.
Wie still die Welt doch wird, in ihrem Bett aus weißem Wunder
Wie ruhig die Menschen sind, wenn sie sehen die Welt wird bunter
Und dann Du, dort, mittendrin –
Blickst dich um, jetzt ergibt das alles Sinn:
Für was Du stehst und wofür Du jeden Meter gehst,
Für was du kämpfst und was uns trennt,
Advent, Advent, ein Sozialarbeiter brennt –
Erst einer, dann zwei, dann drei, dann vier,
bis wir sehen – jeder, auch Du, ist ein Teil von mir.