Jaja, ich weiß – das Internet ist eigentlich voll von den besten Bewerbungstipps aller Zeiten, auch Ich kenne viele von ihnen. Der Großteil der Tipps konnte mich allerdings immer nur bedingt im Verlaufe meiner Bewerbungen unterstützen. Von daher gibt es nun von mir ganz persönliche und geteste Tipps rund um eine Bewerbung – vom ersten Kontakt bis zur Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.
1. Vor der Bewerbung – Ein Anruf aus reinem Interesse
Stoße ich auf eine interessante Ausschreibung und habe den Entschluss gefasst, mich auf eben diese zu bewerben, nehme ich bereits im Vorhinein Kontakt auf. Im besten Fall sind hierzu direkte Kontaktdaten in der Ausschreibung hinterlegt. Je nach Ausschreibung informiere ich mich über Aktualität, Verfahren, Einsazstelle oder unklare Beschreibungen. So präsentiert man sich nicht nur als interessierter Bewerber, hinterlässt schonmal seinen Namen im Gedächtnis der zuständigen Person und kommt womöglich sogar in einen Plausch, sondern erhält auch einen ersten Eindruck vom perspektivischen Arbeitgeber. Es ist auch möglich, so direkt zu einem Vorstellungstermin eingeladen zu werden.
2. Die schriftliche Bewerbung – Ein bisschen Kreativität schadet nie
Auch bei der Gestaltung der Bewerbung selbst ist das Ziel, dem/der LeserIn möglichst positiv im Gedächtnis zu bleiben. Von daher darf man ruhig ein bisschen in die kreative Trickkiste greifen. Ich setze meist auf max. 2-3 Farben und klare Linien. Diese finden sich vor allem im Deckblatt und der Gestaltung des Lebenslaufes wieder. Aber die Trickkiste gibt noch mehr her: auf der Seite des eigentlichen Anschreibens ein „Eye Catcher“ in Form einer Betreffzeile, die dem Schnöden „Bewerbung auf Ihre Stelle als XYZ“ entkommt. Das funktioniert aber nur, wenn man sich vorher ausgiebig mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hat – ansonsten wird’s womöglich peinlich.
3. Das Bewerbungsschreiben – Den roten Faden nicht verlieren
Das Anschreiben an die potenziellen Arbeitgeber fällt oftmals besonders schwer. Doch das muss es nicht. Nimm Dir Zeit für die Erstellung des Schreibens und vermeide 0-8-15 Versionen, die du an fünf verschiedene Arbeitgeber schicken könntest. Dabei kann das Grundgerüst natürlich für die unterschiedlichsten Ausschreibungen stehen bleiben. Überlege Dir den „roten Faden“ des Anschreibens und welche Aspekte du in welcher Reihenfolge bearbeiten möchtest. Dabei sollten Standards wie maximal eine Seite oder formale Kriterien natürlich eingehalten werden. Leg die Ausschreibung neben Dich und schaue genau, welche Anforderungen an Dich gestellt werden und wie du auf diese antworten, bzw. reagieren kannst.
4. Das Bewerbungsschreiben – In Dir steckt mehr als du denkst!
Das Schwierige an Bewerbungsschreiben ist – Du musst dich selber verkaufen. Dabei soll man irgendwo die Mitte zwischen arroganter BewerberIn und Nichtsnutz treffen. Gerade als BerufsanfängerIn hat man oftmals das Gefühl, kaum eine geforderte Voraussetzung erfüllen zu können. Doch ganz ehrlich – in dir steckt soviel mehr als du denkst. Die typischen Formulierungen klingen aber meist so gar nicht danach. Geh die Zeit des Studiums und der letzten Praktika oder Arbeitsplätze gedanklich ab. Was hast du dort schon alles gemeistert? Eine Fachveranstaltung mit organisiert, hochschulpolitische Arbeit in den gängigen Gremien geleistet oder durch Wahlmodule besondere Zusatzkenntnisse erlangen können? Du warst im Praktikum ständig in Kontakt mit den verschiedensten Stellen und hast damit Erfahrung im Bereich der Netzwerkarbeit? Schau Dir auch ausgestellte Arbeitszeugnisse und die dort niedergeschriebenen Aufgaben an. Du wirst merken, wie sich deine Liste an Fähig- und Fertigkeiten auf einmal füllt.
4. Das Vorstellungsgespräch – Die richtige Vorbereitung
Du hast es geschafft – das Unternehmen interessiert sich für dich und möchte sich von diesem Interesse in einem persönlichen Gespräch überzeugen.
Auf den Zufall wollen wir uns dennoch nicht verlassen. Ich studiere vorab noch einmal genau meine eigene Bewerbung und die entsprechende Ausschreibung, genauso wie die Website des perspektivischen Arbeitgebers. Dabei achte ich auf mögliche Fragen die ich stellen könnte (dabei müssen sie mich nicht zwangsläufig brisant interessieren, aber es ist immer gut, Fragen vorzubereiten) und notiere mir diese. Alle Unterlagen drucke ich aus und – jetzt kommt ein weiterer Minihack – verstaue sie in einer fachlich interessanten Mappe zusammen mit einem fachlich interessanten Block. Meistens sind das Mappen und Blöcke aus Fachverbänden, Fachveranstaltungen oder Tagungen. Dabei wird noch vor dem Gespräch deutlich, wie sehr du dich für deinen Job interessierst. Außerdem hefte ich meine Visitenkarte an meine Unterlagen und, ja, ich achte auch auf den Kugelschreiber, der mich zum Gespräch begleiten wird.
5. Das Vorstellungsgespräch – Lieber over- als underdressed
Das Schöne ist, dass wir uns in den seltensten Fällen mit Kleiderordnugen auseinandersetzen müssen und einfach das zur Arbeit anziehen können, was uns gefällt. Diese Tatsache hat natürlich auch eine grundlegende Berechtigung und würde Soziale Arbeit andernfalls oftmals ad absurdum führen. Doch unabhängig der Branche gilt auch in der Sozialen Arbeit: der erste Eindruck zählt. Gerade in Vorstellungsgesprächen treffen interdisziplinäre Menschen aus Führungsetagen und praktischer Tätigkeit zusammen. Von daher ist es nur ratsam, zu diesem Termin auf den täglichen Wohlfühllook zu verzichten und sich ein wenig in Schale zu schmeißen. Das muss natürlich kein Hosenanzug oder Kostüm sein, aber doch ein wenig schicker als sonst. Sich wohlfühlen sollte man natürlich trotzdem!
6. Das Vorstellungsgespräch – Zwischen Führen und Führen lassen
Nachdem du eingeladen wurdest, nimmt das Bewerbungsverfahren eine bedeutende Wendung, die, wenn du sie Dir zu Herzen nimmst, dein Auftreten und Umgang mit solchen Situationen verändern wird. „Der Fisch hat angebissen“ und das heißt: nicht nur du solltest das Unternehmen weiterhin von dir überzeugen, sondern es sollte auch Dich überzeugen. Das hat vor allem einen Einfluss auf die gedankliche Ebene des Gespräches und stärkt dein Selbstbewusstsein. Von jetzt an gilt: Beide Parteien haben Interesse aneinander. Du darfst auch mutig sein und in kurzen Sequenzen selbst die Zügel in die Hand nehmen und damit das Gespräch führen. Das zeugt von Selbstbewusstsein und Erfahrung, ganz unabhängig der Berufsjahre oder des Alters. Das können Hinweise auf den Ablauf sein, wie der Wunsch Konditionsaspekte in einen zweiten, gesonderten Teil des Gespräches zu verlegen, oder das direkte Interagieren mit eigenen Fragen an das Unternehmen. Hier gilt jedoch ganz deutlich: weniger ist mehr.
7. Eine kleine, feine „Wunderfrage“
Zum Schluss verrate ich Euch noch eine klitzekleine Wunderfrage für das Gespräch, die für Euch selbst wie auch für den Arbeitgeber eine entscheidende Rolle spielen kann. Am Ende eines Vorstellungsgespräches bitte, bzw. Frage ich nach einer Führung durch die Einrichtung (funktioniert natürlich nur, wenn das Gespräch vor Ort durchgeführt wird). Auch nach einem andauernden und möglicherweise anstrengendem Gespräch noch mehr über die Einrichtung erfahren zu wollen und Zeit mitzubringen vermittelt enormes Interesse und Engagement. Doch auch für die BewerberIn selbst gewährt sich hier ein ganz neuer Einblick in das Betriebsklima und die Arbeitsweisen der anderen MitarbeiterInnen – kann ich mich hier in Zukunft wohlfühlen? Stimmen der Eindruck der Personaler und LeiterInnen mit denen in der Einrichtung überein?
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